ist Liebe aber immer auch eine Forderung, so gesehen auch eine Bürde, denn there’s no such thing as a free lunch, suche Wärme, gebe Leben, bis dann doch nur ein warmüberkleistertes Loch im gekannten bewährten Chaosleben zurückbleibt. Chaosleben ist im Übrigen sowieso der höchste anzustrebende Zustand. Denn alles führt ja von selber von sich aus ganz automatisch zum Chaos und dies zu bejahen oder gar prototypisch zu personifizieren, ein Künstlerleben zu führen also mit Glitter, Schmutz und Pailletten, mit ganz bösem Nightmare-Bass für Erwachsene, mit farbigem Schattenspiel auf hyperrealen aber durch Rohypnol etwas schlecht aufgelösten Vaselintitten, das sollte dann doch angesichts der Vielfalt und Greifbarkeit dieser realistischen Erlebenssequenzen einem durch Liebe betäubten Leben vorzuziehen sein. Merkt man leider auch erst, wenn es zu spät ist, sprich wenn man auf anderthalb grüngesprenkelten Mitsubishis unter den ermutigenden Blicken glatzköpfiger, entmannter, dominierter Männer im Virchow-Klinikum eine Plastikpuppe in Windeln einwickelt. Dann kommt er von ganz weit hinten, auch ganz weit von innen: Der Bass, dem ich mein Leben widme.
Ich würde in diesen Momenten gerne in der fernen Zukunft leben, so Blade Runner mäßig. Dann würde ich aber auch nur auf Techno-Parties gehen und wie eine Ratte durch morgendliche graue Schächte rennen. Ich wäre der verlorene Sohn einer verlorenen Zeit; kein Gott, keine Moral hielte mich auf auf meinem Lauf durch die fensterlosen Gänge einer elektrisch verrauschenden Zeit.